Im niedersächsischen Celle erblickte Sebastian Bruns 1986 das Licht der Welt. Der Junge erlebte erstmal vier „normale“ Jahre mit seinen Eltern. Doch schon mit Vier drehte sich das Windfähnchen mit einem wilden Ausschlag in Richtung Natur, Abenteuer, Fisch! Seitdem ist nämlich kaum ein Wochenende vergangen, an dem Sebastian nicht am See saß und auf Karpfen und Schleien geangelt hat – natürlich auch bei Sturm und Regen. Schon bald ging’s mit dem angelbegeisterten Vater und dem ebenfalls angelverrückten Bruder nachts auf Aal, das ultimative Abenteuer für einen Angelspross!

Mein Vater hat mich schon  früh in die Natur eingeführt und mich für das Angeln begeistert, dafür bin ich ihm sehr dankbar!“, blickt Sebastian auf seine erfüllte Kindheit zurück. Als zehnjähriger Angler (ähm, Junge…) zog er mit seiner Familie nach Rügen, was natürlich Wasser auf die Mühlen des fischereilich orientierten Knaben war. Zumal der Umzug dem hauptsächlichen Zweck diente, das seine Eltern das Restaurant „Bismarck Stuben“ im ehemaligen Fischerdorf Wiek eröffneten. 
Nachdem dort schon mancher Fisch gebraten und verzehrt war, fing Sebastian mit zarten 14 Lenzen seine erste Meerforelle an der Küste. Der Fisch hatte mit 78 Zentimetern gleich die Ausmaße einer Robbe und der Junge war ab sofort ein leidenschaftlicher Meerforellenangler! Große Hechte beim Angeln auf den Bodden, handfeste Dorsche in der Brandung des ersten richtigen Herbst-Sturmes – Sebastian verlebt eine Kindheit, die durchaus den Erzählungen eines schwedischen Kinderbuch-Autors entsprungen sein könnte. Gestärkt durch so fiel frische Luft und Kenntnis um das Nahrungsmittel Fisch sowie die Erfahrungen aus dem elterlichen Restaurant, ging es dann ins rauere Wasser der Berufswelt. Doch da schwamm sich der Niedersachse schon in seiner dreijährigen Ausbildung zum Koch (Ringhotel Celler Tor) tüchtig frei und schloss dort als bester Auszubildender ab. „In dieser Ausbildung habe ich alle Grundkenntnisse erhalten, auf die es in der Küche ankommt! Das Fleisch wurde noch selbst zerlegt, Saucen noch richtig angesetzt. Die Fische wurden alle frisch, im Ganzen geliefert und von uns filetiert.“, erinnert sich Sebastian an seine Lehrjahre. 

Wie es sich für einen guten seiner Zunft gehört, kochte er auch  einige Monate lang an der Küste der französischen Normandie. Dann ging’s in die Küchenpraxis der familieneigenen „Bismarck Stuben“ in Wiek. Die enge Zusammenarbeit mit den einheimischen Fischern brachte das kulinarische Fischfeuer in Sebastian nun so richtig zum Lodern: Er bestaunte zunächst die riesigen Meerforellen, Steinbutte und Dorsche aus dem Meer und erfreute sich am Anblick gewaltiger Barsche und Hechte aus den Bodden. Dann widmete sich Sebastian liebevoll der Zubereitung dieser Kreaturen, die er so sehr liebt. Die besten Hechtklößchen Rügens waren bald das Ergebnis dieses Wirkens mit Herz und Hand. „Wir waren für unseren Hering sehr angesehen. Von 2007 bis 2009 kochte der naturliebende junge Mann als Schiffskoch für 40 Mann Besatzung auf dem Schnellboot Puma S72 während des Marine-Einsatzes der deutschen Bundeswehr (UNIFIL) im Libanon. Es sind eben auch die Kontraste, die eine Persönlichkeit ausbilden. Doch schon 2009 hatte Sebastian wieder festen Boden unter den Füßen und zugleich seinen bisher dicksten Fisch an der Angel: 
Als Koch im Sterne Restaurant „Pades Restaurant“ (1 Michelin-Stern) betrat er eine bisher neue Küchenwelt. Bei Wolfgang Pade, der viele Jahre bei den besten Köchen Europas lernte (Eckart Witzigmann, Alain Ducasse, Dieter Müller - um nur einige besonders bekannte Köche mit drei Michelin-Sternen zu nennen) bekam der Rohdiamant seinen Feinschliff und wurde prompt zum Küchenchef für zwei Jahre. Im Jahr 2012 kam die „Deutsche See“ und damit gleich die nächste Herausforderung für den jungen Koch, der doch bereits so viel Erfahrung und Leidenschaft für seine Passion gesammelt hat! Beim Marktführer in Sachen Frischfisch ist Sebastian Bruns bis heute für die Seminare verantwortlich und leitet die Seminarküche in Bremerhaven. „Ich lasse mich vom Fisch beim Kochen leiten und will seinen jeweils typischen Geschmack rüberbringen! Andere Komponenten dürfen das nicht überdecken, sie sollen lediglich unterstützen.“, so Sebastians Philosophie seiner Fischküche. Die hat ihn 2014 übrigens auch beim „Native Cooking Award“ in Dänemark zum Mitglied des deutschen Teams gemacht, das bei starker internationaler Konkurrenz aus dem Stand „Silber“ erkochen konnte! Auch auf großen Veranstaltung mit bis zu 600 Personen (zum Beispiel der „Sterne Cup der Köche“ in Ischgl) ist Sebastian für die Deutsche See unterwegs. Wie gut, dass er ein Hobby hat, dass ihn immer wieder zu sich selbst und den Wurzeln dessen zurückführt, was er bisher mit so viel persönlicher Hingabe geschafft hat!

Für das erfolgreiche Fisch-Kochbuch „Fischküche für Angler“ (KOSMOS-Verlag 2/2017) von Jörg Strehlow konzipierte Sebastian alle Rezepte und stand ihm bei der Umsetzung mit Rat und Tat zur Seite. Aus der Zusammenarbeit wurde eine freundschaftliche Zusammenarbeit und die beiden entwickelten zusammen die Gewürzreihe SPICYFISH, die im November 2017 mit den Variationen Barbecue und SPEZIAL erfolgreich am Markt eingeführt wurde. Ab 2018 steht Sebastian Bruns auch als Leiter einiger besonderer Seminare zur Fischküche für die Jörg Strehlow GmbH zur Verfügung.