Marcel Wiebeck wurde 1991 im niedersächsischen Wolfenbüttel bei Braunschweig geboren. Bereits in der frühsten Kindheit wurde er mit dem Fischen vertraut gemacht. Schnell zeichnete sich ab, dass die Richtung, welche Marcel einschlagen wird, nur die des Spinnfischens sein kann. Denn: schon im zarten Alter von vier Jahren fing er seinen ersten Zander auf einen alten silbernen Eff-Zett Blinker. Fortan gab es bei Marcel nur noch ein Thema:

Spinnfischen auf Zander! Im Laufe der Jahre breitete Marcel sein Interessengebiet auf alle heimischen Raubfische die mit der Spinnrute zu überlisten sind aus. Spezialisiert hat er sich jedoch auf das Zanderangeln in der Elbe. Auch das Spinnfischen mit modernen Techniken auf Barsch oder das Kunstköderangeln auf Hecht am Eder-Stausee betreibt Marcel bereits seit mehreren Jahren sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass er seit 2011 als Stammautor für die Raubfischzeitschrift ESOX und den BLINKER tätig ist. Ebenfalls seit 2011 bietet Marcel professionelle Guiding-Touren an der Elbe in der Region Magdeburg an. Zu seinem Guiding-Revier gehört auch der große Eder-Stausee in Nordhessen. Seit der Saison 2013 bietet Marcel zusammen mit Sebastian Hänel an der Elbe seine Guiding-Touren unter dem erfolgreichen Qualitäts-Konzept von Jörg Strehlow an. Marcel’s Elbrevier, nördlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt erstreckt sich über viele Kilometer bestes Elbrevier im Mittellauf des Flusses.

Zur Person:

Name: Marcel Wiebeck
Wohnort: Schöningen
Geburtsjahr: 1991
Familienstand: ledig
Lieblingsfischarten: Zander, Barsch, Rapfen, Döbel, Hecht
Lieblingsgewässer: Elbe, Edersee, Naturseen
Lieblingsmethode: Sämtliche Arten des Spinnangelns 

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Wie und in welchem Alter bist Du zum Angler geworden?
Ich glaube, ich war zwei Jahre jung, als mir mein Vater am familieneigenen Teich das erste Mal eine Angelrute in die Hand drückte. Zuerst versuchte ich mich darin, einige Rotaugen mit der Pose zu fangen. Als ich dann jedoch ein paar Jahre später meinen ersten Zander fing, hatte ich die Nadel sprichwörtlich bis zum Anschlag im Arm.

Was war Dein emotionalstes Angelerlebnis?
Es war an einem schwül warmen Sonntagmorgen, gegen 06:00 Uhr als ich als 4 Jähriger Steppke noch etwas verschlafen den Wohnwagen am Teich meines Vaters verließ um auszutreten. Als mir meine damalige 2.40 Meter lange und wabbelige Teleskoprute ins Auge fiel und ich mir dachte, noch mal schnell ein paar Barsche mit dem Blinker zuppeln, und dann wieder ab ins Bett. Ja, schon damals war ich besessen...
So dauerte es nicht lange, ehe ein knallharter und bis dahin unbekannter Einschlag durch meine Rute fuhr, welcher mit einem zaghaften Anschlag pariert wurde. Nach bangen Minuten Drill konnte ich meinen ersten Zander landen, 67 Zentimeter lang. Völlig aufgelöst und mit Ehrfurcht vor meinem Vater, welcher bestimmt tierisch sauer auf mich wäre, würde er wissen was hier grade geschieht, versuchte ich den Fisch vom Drilling zu befreien. Vergebens - er saß einfach zu tief im Schlund des Fisches, so dass er schnell und waidgerecht getötet wurde. So ging ich also mit dem Fisch in der Hand, Sonntag morgens gegen 06:30 Uhr in den Wohnwagen und weckte meinen Vater, mit dem Gewissen, gleich das zutreffende Wort zum Sonntag zu bekommen. Schließlich hatte ich einen seiner so geliebten Zander auf dem Gewissen. Doch was dann geschah, veränderte alles. Anstatt sauer zu sein, war er stolz, und ließ es mich deutlich spüren. Ein gutes Gefühl - ich wollte mehr.

Was ist für Dich das Wichtigste am Angeln?
Viele sagen immer, es sei ihnen egal ob sie einen Fisch fangen oder nicht. Hauptsache ein bisschen draußen in der Natur. Allerdings könnte ich mich dann auch auf eine Parkbank setzen und Däumchen drehen. Das wichtigste für mich ist der Fischfang!

Du darfst einen einzigen Köder mit auf Reisen nehmen – welchen?
D.A.M. Eff-Zett Blinker - irgendwas beißt da immer.

Dein liebstes Angelbuch darf auch mit – wie heißt es?
Uff, ehrlich gestanden gibt es kein Angelbuch, welches ich bisher gelesen habe.
 
Was stört Dich bei anderen Anglern am meisten?
Fangneid, Verschlossenheit und die Tatsache, dass manche Angler schier alles Abschlagen was sie fangen. Neulich habe ich einen Artikel in der Zeitung gelesen. Dort ging es darum, dass ein älterer Herr einen 51 Pfund schweren Karpfen gefangen hat. Auf die Frage, was er mit dem Tier anstellen würde antwortete er „Verschenken. Einen Abnehmer habe ich aber noch nicht. Karpfen esse ich nämlich nicht, die schmecken doch  gar nicht“ … Das muss wirklich nicht sein!

Welches war Deine größte Pleite beim Angeln?
Ach, da gab es so einige *schmunzel*… Wahrscheinlich war es folgende Story: Ich war mit meinem Kumpel Jasper zum Nachtangeln aufgebrochen. Am See angekommen stippten wir uns noch ein paar Köderfische, als plötzlich ein riesiger Hecht direkt neben mir auftauchte und seelenruhig im nicht mal Metertiefen Wasser stand. Als Jasper kam, machte ich mir einen Spaß und legte dem Hecht meine, am 0.10mm dünnen Monoforvach mit 22er Haken beköderte Made auf den Schnabel. Wenige Sekunden später war die Made plötzlich weg – eingeatmet! Ich öffnete den Rollenbügel, klemmte mir die Rute unter den Arm und zog mit den Fingerspitzen vorsichtig an der Schnur, in der Hoffnung die Made samt Haken wieder aus dem Maul des Fisches zu bekommen. Auf den letzten Millimetern griff der winzige Haken in der Oberlippe des massiven Hechtes, welcher, wie als würde ihn das gar nicht stören, ruhig und gelassen die Kante in Richtung Gewässergrund hinunter dümpelte. Den Fisch habe ich anschließend über eine dreiviertel Stunde mit den Fingerspitzen gedrillt, besser gesagt, abgebremst. Ich den Fisch zwei Mal aus den Seerosen befreien konnte und zwei Sprünge des Fisches zitternd miterlebt habe, war er bereit zur Landung – Jasper stieg in’s Wasser, der Fisch glitt über die Maschen. Als Jasper den Kescher anhob klappte der Hecht mit dem Kopf und Schwanz in sich zusammen und rutschte in den Kescher. Beim Nachfassen des Kescherstieles und einer Rückwärtsbewegung von Jasper bekam der Fisch Bodenkontakt, katapultierte sich mit dem Schwanz aus dem eh viel zu kleinen Kescher, die Wagglerpose verfing sich in den Maschen des Keschers und der Fisch riss ab. Jasper und ich haben in der Nacht übrigens kein einziges Wort mehr gewechselt.

Welchen Fisch möchtest Du unbedingt noch fangen?
Einen Tarpon auf Fliege!

Was wünschst Du dem Angeln für die Zukunft?
Eine offizielle Legalisierung des Zurücksetzens gefangener, maßiger Fische. Zudem ein vernünftiges Kormoranmanagement. Ein großer Gewässerpool wie er im DAV besteht, geltend für alle deutschen Gewässer beider großen Verbände wäre sicher auch eine klasse Sache!

Gibt es ein Leben/Hobby neben dem Angeln?
Ja, natürlich. Ich bin großer Anhänger der Fußballmannschaft von Eintracht Braunschweig und besuche je nach Arbeitsplan möglichst jedes Heimspiel. Musikalisch bin ich ebenfalls etwas angehaucht. Seit nunmehr 12 Jahren bin ich Mitglied im Spielmannszug, spiele zudem ein wenig Klavier und Gitarre. Nur Singen will mich niemand hören...